Technik – und Blech Spa für den 300E in Bornit

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Technik – und Blech Spa für den 300E in Bornit

Technik – und Blech Spa für den 300E in Bornit

Normalerweise macht man ja zuerst die Technik, dann das Blech, dann die Optik. Aus Platzgründen ist der 300E aber als erstes beim Lackierer gewesen. Daher stand anschliessend noch die Überholung der Technik an. Und ja, es ist ein Mercedes. Wer Rost sucht, der findet…

 

Leichter Wartungsstau unter der Haube

Täglich grüßt im Moment das Murmeltier. Da aktuell nur M103 Modelle in der Mache sind werden auch immer die gleichen Defekte behoben. Zündung, Kühlung und Vorderachse leiden am meisten oder wurden von den Vorbesitzern gerne vernachlässigt. Ein Klassiker ist die Verteilerkappe, bei welcher die Besitzer oder Werkstätten gerne sparen. Wir predigen es fast schon gebetsmühlenartig. Es reicht nicht nur Läufer und Kappe zu tauschen, die KE Motoren brauchen alle Teile neu. Auch die Isolierkappe hinten ist nach all den Jahren einfach tot, das Bakelit gesättigt. Die Ausgangslage:

 

Die vordere Abdeckung überlebt meist den Ausbau nicht und schrumpft förmlich auf die Verteilerkappe. Das hat auch der letzte Schlumpf gemerkt und die 25€ für die neue Abdeckung für zuviel gehalten. Leider hält dann auch der vordere Deckel nicht was zu einer abenteuerlichen Konstruktion mit Kabelbindern führen musste. Positiv: Die Zündkabelleiste wurde nicht zerstört. Das Oberteil ist nicht mehr lieferbar, eine Nachfertigung nicht in Sicht.

Es sieht nach viel Arbeit aus, ist aber eigentlich überschaubar. Los gehts, aufräumen.

Wie zu erwarten. Gelblich, oranges Bakelit ist ein Fall für die Tonne. Auch wenn Bosch-Teile gekauft wurden, nur mit Kappe und Finger lief der M103 immer noch wie ein Sack Nüsse. Kein Wunder, Wasser stand ordentlich auf der Kappe.

Kabel und neue Kerzen verstehen sich von selbst. Und siehe da: Er springt wieder wie ein junges Reh an, regelt nach wenigen Sekungen die Drehzahl eigenständig auf 780 Umdrehungen. Nimmt kalt wie warm Gas an. Haken dran, weiter gehts. Neben einem neuen, gebrauchten Ventildeckel tauschen wir noch das vermurkste Thermostatgehäuse. Trifft sich ganz gut, im Ausgleichsbehälter findet sich grünes Kühlmittel. Zwei Tage mit Zitronensäure befüllt, dann folgen 4,5Liter G48 Glysantin.

Viel Kaltreiniger spült am Ende den Dreck der Jahre raus und lässt mich die Haube wieder mit einem Lächeln öffnen. Das Lachen wehrt aber nicht lange, denn fertig sind wir noch lange nicht.

 

Vorderachse

Jeder TÜVer wirft heutzutage einen Blick auf die Wagenheberaufnahmen. Erschreckend das den wirklich wichtigen Dingen nicht die notwendige Aufmerksamkeit zuteil wird. Die Domlager sind beidseitig komplett gerissen, die Dämpfer sehen ähnlich aus. Auch hier, Rest-TÜV 19 Monate. Ohne Worte…

Anschläge in pulverbeschichtet, gelbe Schrauben. Ein bisschen was fürs Auge muss sein.

 

Blech

An drei Stellen hatte der Rost zugeschlagen. Wieder einmal bestätigt sich wie individuell jeder W124 rostet. Ein vergleichsweise großes Loch unter dem Wischwasserbehälter, welches wohl durch das Silkon begünstigt wurde paarte sich einem Loch im hinteren Radhaus. Die Schwellerspitze hinten rechts brauchte leider sehr viel Arbeit und wurde komplett neu aufgebaut. Wie so oft war das komplette Ausmaß erst ersichtlich als der Bereich komplett freigelegt war.

Beide Hinterachsaufnahmen waren bereits angegriffen und hätten in absehbarer Zeit erneuert werden müssen, sofern hier nichts passiert wäre. Beide Seiten wurden komplett frei gelegt und bekamen einen neuen Lackaufbau.

 

 

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2 Comments

  1. Arnold sagt:

    Schade zu wenig Fotos von den Arbeiten. Ansonsten sehe schön….

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