Motorlager wechseln E220T

Motorlager wechseln E220T

Eigentlich stehen im Moment noch andere Themen am Dailydriver an. Da der Motor aber im Moment im Fokus ist nehmen wir dieses schöne Thema noch gleich mit rein, die Motorlager. Eine Sache die bei jedem Neuzugang genauso propyhlaktisch gewechselt wird wie das Öl. Das Auto hat mittlerweile 235.000km gelaufen, ist zu seinem Vorbesitzer vor 10 Jahren gekommen und hat nur das an Pflege erhalten was nötig war damit er fährt. Die Motorlager gehören hierbei in 99% der Fällen nicht dazu. Der Grund ist recht schnell erklärt, der Verschleiss der Lager geht eher schleppend vonstatten, ohne aber das die Fahrtauglichkeit eingeschränkt wird. Ein alter Benz ruckelt halt etwas, oder nicht?

Eher weniger. Eigentlich garnicht. Und auch wenn es sich bei unserem Fotomodell um den M111 handelt, dieser ist nicht gerade das Paradebeispiel für Laufkultur, auch solch ein Motor schüttelt sich normalerweise nicht im Stand.

 

Warum wechseln?

Je nachdem was man mit seinem Auto vor hat kann man sicherlich über die (nervigen) Vibrationen hinweg sehen, oder hören. Leider können durch defekte Antriebslager auch weitere Schäden am Antriebsstrang entstehen. Warum? Die Motorlager sind sogenannte Hydrolager, also mit Öl gefüllte Teile aus Gummi und Metall. Über die Jahre werden die Lager stark beansprucht und vom Motor förmlich weich geklopft, die Abwärme vom Motor gibt mindestens einem Lager stets des Rest. Entweicht irgendwann das Öl sackt damit der gesamte Motor mit Getriebe ab, und das gerne mal einen ganzen Zentimeter. Damit ist dann nicht nur jegliche Dämpfung passe, der Antriebstrang ist nicht mehr in der vorgesehenen Flucht. Hierdurch können weitere Komponenten wie das Mittelwellenlager sowie das Differential inkl. seiner äusseren Lager in Mitleidenschaft gezogen werden. Passiert das wirds richtig teuer, und arbeitsintensiv sowieso. Dabei wären diese defekte so einfach zu vermeiden.

Neuteile beziehen

Aufgrund der Modell – und Ausstattungsvielfalt gibt es eine Vielzahl von unterschiedlchen Motorlagern. Daher sollte man sich vorher mit der Fahrgestellnummer schlau machen welches Teil benötigt wird. Dann entweder zu Mercedes oder mit der Daimler-Nummer im Zubehör suchen. Originale Motorlager bei Mercedes kosten um die 100€ das Stück, Erstausrüster ist Boge/Lemförder. Selbiges bekommt man im freien Handel für ca. 60-70€. Wir haben gute Erfahrungen mit den Lagern von Meyle gemacht, diese kosten nochmal die Hälfte der Boge/Lemförder-Teile. Eigentlich tauscht man an dieser Stelle gleich das Getriebelager mit, dieses ist bei unserem Auto allerdings erst ein halbes Jahr alt. Warum auch immer…

Ausbau der Altteile

Der Ausbau ist je nach Motor schnell gemacht oder ein totales Drama. Am E3ooTD beispielsweise dauerte das ganze 3 Stunden. Bei den Sechszylindern ist generell wenig Platz und es ist einfach schwierig Kraft auf die oberen Schrauben auszuüben.

Aber all diese Quälereien haben wir am M111 nicht. Platz ohne Ende und durch die anstehende Kopfdichtung ein paar bereits demontierte Teile. Unter anderem ist die Verstärkung der Ansaugbrücke schon ausgebaut, daher können wir schön mit einer Halbzollratsche auf das Motorlager einwirken.

Vorher aber muss die Motorraumverkleidung weg, 6x8SW und das Teil liegt auf dem Boden:

 

Danach gehts schon ans lösen der Lager, bei späteren Modellen sind die Motorlager von unten mit Schrauben der Schlusselweite 17 gesichert. Frühere Modelle hatten hier Innensechskantschrauben, falls die verbaut sein sollten: HX8!

Sind beide Schrauben gelöst stützt man den Motor an der Ölwanne ab und drückt ihn dann so weit nach oben bis man das Lager entnehmen kann. Und schon hält man den ersten Kandidaten in der Hand:

Die wunderschöne Werksbestückung von Boge hat wie man sehen kann schon ordentlich gelitten. Immerhin ist das Lager noch intakt gewesen. Das neue Lager setzten man mit der Nase nach oben so ein das man beide Schrauben mit der Hand ansetzen kann. Dann den Motor Stück für Stück ablassen und die Schrauben nachziehen. Et voila:

Für das Lager auf der Abgasseite des Motors wird es erfahrungsgemäß etwas kniffeliger. Zuerst den Luftfilterkasten entfernen um dann zu merken das es immer noch nicht reicht. Der Abgaskrümmer versperrt den Weg und für die Halbzollratsche reicht der Platz nicht:

Macht aber nichts, durch den Krümmer kommt man mit ein paar Verlängerungen und einem Gelenk. Dafür muss nur das Hitzeschutzblech entfernt werden, vier Schrauben und kurz die Lambdasonde abstöpseln:

Danach das Lager wie auf der anderen Seite fest schrauben und alle ausgebauten Teile wieder an ihren Platz bringen. Wenn man es nicht zum ersten Mal macht dauert das ganze maximal eine Stunde, am Vierzylinder wohlgemerkt.

 

Der wiedererlangte Fahrkomfort ist unbeschreiblich! An der Ampel schaut man jetzt manchmal ungläubig auf den Drehzahlmesser, ja, er läuft wirklich!

Wirklich jedem zu empfehlen, der Aufwand ist gering im Vergleich zum Ergebnis!

 

 

 

 

 

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