Vorderachse überholen E220T S124

Vorderachse überholen E220T S124

Auch bei unserem Alltagsauto war absehbar das irgendwann die Achsen fällig sind. Die Vorderachse zu überholen ist dabei noch die einfachste Disziplin, daher kommt sie noch vorm richtigen Wintereinbruch dran!

Wie immer haben wir uns vorbereitet und rechtzeitig mit dem Sammeln aller benötigten Teile begonnen. In aller Kürze sind das folgende:

  1. Querlenker
  2. Achsschenkel mit Naben
  3. Spurstangen
  4. Stabilisator inkl. Halterungen und Buchsen
  5. Stoßdämpfer

Die Querlenker, Spurstangen und Stabilisatorhalterungen stammen diesmal von Meyle, vielen Dank an dieser Stelle! Die restlichen Teile sind fast ausschliesslich restaurierte Altteile. So kommt ein gebrauchter Sportline Stabilisator zum Einsatz und die Achsschenkel haben wir schon im Vorfeld sandstrahlen lassen. Alle Teile sind dann mehrfach mit Brantho Produkten lackiert worden. Anschliessend durften diese mehrere Wochen aushärten.

Zur Vorderachse gehören normalerweise noch der Umlenkhebel sowie der Lenkungsdämpfer. Beides ist aber vor ein paar Wochen schon erneuert worden.

Die gesammelten Werke schön drapiert auf der Kofferraumsitzbank:

Ausbau der Altteile

 

 

Der Ausbau vorne kann auf zwei Wege von statten gehen, total einfach oder richtig nervig. Gerne rosten die Querlenkerexzenter fest, dann hilft nur schweres Geschütz. Beim hier gezeigten Patienten aber war alles gangbar. Somit war der Ausbau in knappen 2,5 Stunden erledigt.

Zum Vorschein kommen unter anderem Spurstangen in Olivgrün, wohl noch die Werksausrüstung. Völlig verfaulte Stoßdämpfer die sich per Hand und minimalen Druck einfahren lassen. Teilweise komplett aufgequollene Querlenkerlager. Gerisse Fettkappen. Ja, die Komplett-Überholung kommt keinen Tag zu früh.

Immer wieder faszinierend wie gut sich ein W124 doch noch fährt selbst, speziell wenn eigentlich alle Teile ihren Soll schon erfüllt haben.

Sauber machen

Der Patient ist zugegebenermaßen nicht gerade im besten Zustand unten herum. Der Vorbesitzer hat jede Ecke mit Mike Sanders vollgeschmiert, darunter rostet es stellenweise bereits wieder. Um einen ordentlichen Lackaufbau machen zu können müsste das Fett restlos entfernt werden. Das ist mit Hobbymitteln nahezu unmöglich. Hier würde eine Trockeneis-Behandlung zwar helfen, den finaziellen Rahmen aber sprengen. Daher mussten wir uns darauf beschränken die kritischen Stellen zu behandeln.

 

Als da wären:

  1. Federaufnahmen
  2. Umlenkhebelaufnahme
  3. Querlenkerkonsolen

Die Ausgangslage:

Hier bleibt einem nichts andere übrig als mit Nitroverdünnung und einem Heissluftfön alles soweit fettfrei zu bekommen bis das Brantho Nitrofest genügend halt hat.

Ungefähr 2-3 Stunden Reinigungsarbeit sind es in Summe für beide Radhäuser gewesen ehe die erste Schicht Grundierung aufgetragen werden konnte. Anders als bei unseren anderen 124ern pinseln wir hier. Zum einen weil die Radhäuser eh noch geschweisst werden müssen, zum anderen weil die Vorarbeiten (Abkleben etc) einfach too much wären.

Nicht schön aber zweckdienlich. Dreimal wird alles gestrichen, dann darf es einen ganzen Tag ablüften. Selbiges dann mit der darauf folgendenden Decklackierung. Brantho 3in1, mit viel Härter um die ewige Trockungszeit zu verkürzen.

Neuteile einbauen

Nach 2 Tagen gehts an die Montage der Neuteile. Zuerst die Querlenker, dann die Achsschenkel. Anschliessend Stoßdämpfer, Naben und Bremse:

Die Federn kommen mit dem Stabilisator als letztes an ihren Platz. Bremse montieren und Räder drauf:

Was bleibt ist die Achse noch neutral einzustellen um auf eigener Achse zur Werkstatt des Vertrauens zu gelangen. Dort angekommen wird die Vorderachse vermessen und mit den passenden Sportline Werten eingestellt. Denn Dämpfer, Federn und Stabilisator sind ja nun etwas knackiger!

 

 

 

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