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September 10, 2020
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300E Bornit – Aufbereitung

300E Bornit – Aufbereitung

Der bornite 300E, intern auf den weniger schmeichelnden Namen Schmutzfink getauft, ist langsam aber sicher auf dem Wege der Besserung. Als erstes Stand der Besuch beim Lackierer unseres geringsten Misstrauens an. Erfreulich, der Lack ist weitestgehend original. Nicht so erfreulich: Bornit im verwitterten Zustand ergibt beim auslesen alles mögliche. Nur nicht die Nuance die man braucht.

Bornit – oder Burn it?

Jeder Lackierer hat unterschiedliche Lacksysteme. Glasurit, Spiess & Hecker, Akzo Nobel. Jeder dieser Hersteller hat seine eigenen Farbtöne und Nuancen. Und wenn man nun mit einem W124 aus den frühen 90ern vorbei kommt merkt man wie alt die Kiste eigentlich. Denn gab es bspw. vom Blauschwarz (199) früher noch 5-6 Nuancen ist heute noch maximal eine auswählbar. Wenn überhaupt. Das Kristallgrün vom 280TE war nach Meinung einiger Systeme ja auch eine Mitsubishi-Farbe.

Hier heißt es dann Musterkarten schießen bis man annähernd an den Ton heran kommt den die umliegenden Teile haben. Dafür setzen die Kollegen ein Spektrometer ein was auf einer gereinigten Fläche den Farbton des Altlacks ausmessen kann. Und da wird die Sache dann echt tricky. Denn wie sich herausstellte musste der 300E mit Schleifpaste behandelt werden damit das Gerät eben wirklich auf den passenden Ton treffen kann. Zur Verdeutlichung:

Man muss kein Profi sein um den Unterschied zu erkennen. Und wo lag der Unterschied? Beim unteren Ton musste länger geschliffen und poliert werden. Man lernt mit jedem Auto noch etwas dazu!

Ab in Kabine mit ihm:

Der Zusammenbau geht da schneller von der Hand. Beplankungen sind gesäubert, alle Dichtungen im Vorwege schon. Die Stoßstange vorne folgt später, hinten noch dran und dann ab nach Hause. Werkstatt ist leider aktuell überbelegt 🙁

Aufbereitung

Dort angekommen wird der Innenraum auseinander genommen. Undefinierbare, unangenehme Gerüche zwingen uns dazu noch weiter zu gehen als bei den letzten Projekten. Alles raus inkl Teppich. Trockensaugen und anschließend nass, zweifach. Armaturenbrett und Mittelkonsole fliegen zusammen auf den Müll, da mehrfach angebohrt. Da der Tacho ordentlich am zappeln war ziehen wir gleich noch eine neue Tachowelle ein, besser wird man nie wieder ran kommen.

 

Aussen geht’s parallel weiter. Der Lack braucht auch Zuwendung. A und C Säulen inkl Holmen, Dach und Haube wollen geschliffen und poliert werden. Als erstes wird er aber geknetet. Als nächstes folgt eine Schleifpaste welche mit einem harten Pad verarbeitet wird. Hierdurch wird die verwitterte Klarlackschicht abgetragen und erste, grobe Schäden egalisiert.

Nebenbei noch die Unterseite der Motorhaube gesäubert und von den Resten der alten Dämmung befreit. Macht gleich einiges mehr her!

An der Unterseite der Haube zeigt sich ganz langsam der tolle Zustand dieser Limo…

Er ist halt nur versteckt unter ganz viel Dreck. Noch!

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2 Comments

  1. André sagt:

    Wunderschöne, gründliche Arbeit. Danke für die informativen Berichte über die verschiedenen Fahrzeuge. Einen Hinweis hätte ich dennoch:

    Wenn man poliert, schleift man die äußerste Schutzschicht ab. Infolge hält nach meiner Erfahrung keine Politur länger als 6 bis 12 Monate vor. Danach sieht der Lack stets etwas stumpfer aus als zuvor. Dieses Vorgehen ist aber bei verwitterten Lacken, wenn eine Lackierung nicht mehr lohnt, durchaus eine Option, um den Wagen für eine Weile anzuhübschen.

    Aber ansonsten ist es ein optimales Vorgehen mit sehr viel know how.

    Viele Grüße, André

    • wagen124 sagt:

      Hallo Andre, danke für dein Lob!

      Was die Lackaufbereitung anbetrifft, ich weiß nicht mit welchen Mitteln du den Lacken beigekommen bist. Ich schleife mit Menzerna Produkten, FG1000 oder gröber. Danach geht man immer feiner, bis 3000zb. Erst jetzt spricht man auch von Polituren, vorher sind es Schleifpasten. Hier sind mehrere Durchgänge von Nöten, ohne Schutz und weitere Durchgänge bin ich bei dir. Dann sieht er bald wieder aus wie zuvor. Exzentermaschinen und entsprechende Pads gehören hier natürlich mit zur Grundausrüstung. So behandelte Autos bleiben bei jährlichem Wachsen im gleichen Zustand. Viele Grüße Sebastian

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