Nachfertigung S124 Spritpumpenhalter hinten
Oktober 25, 2021
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Und wieder ein 210er

Und wieder ein 210er

Kennt man das? Bei Mobile oder ebay Kleinanzeigen sind die Beobachtungslisten voll mit Autos die man gerne hätte, manche die man schon wochenlang beobachtet. Aber irgendwie bleibt es beim Beobachten. Wir brauchen aber etwas zum einsauen, Autos zerren, Teile und Equipment durch die Gegend fahren. Ohne Angst haben zu müssen mal eine Schramme reinzufahren, oder alle 2 Tage in die Waschstrasse zu müssen…

Ein solcher Kandidat stand locker 4 Wochen in unserer Liste, 4 Dörfer weiter. S210, Mopf, Elegance. Nur 210.000km, M112 mit 3.2Litern, Leder, Standheizung, Holzlenkrad. Ein 10m Auto. Heißt, aus der Ferne betrachtet keine typische 210er Rostlinie die sich von der vorderen Stoßstange die Radlaufkante entlang zu den Türen zieht. Die nahtlos in den Radlauf übergeht und das Seitenteil am Übergang zur Heckstoßstange verunstaltet. Das 744 Brilliantsilber ist da unnachgiebig. Die Frage blieb, warum verkauft sich das Ding nicht?

 

Anzeige gelöscht

Yay, eines Morgens ist die Anzeige nicht mehr online. Irgend ein armer Teufel hat sich den Eimer angelacht und hat bestimmt schon den Rückweg mit 90kmh Spitze erfahren, dem Motornotlauf sei dank. Oder war das Auto doch so gut wie es auf den ersten Blick aussah? Die Frage klärt sich, abends ist der 320er wieder da. Die Anzeige also nach 6 Wochen einfach ausgelaufen. Verdammt.

 

Nur kurz gucken

Die 20km Fahrt tun niemandem weh. Die Familie ist Kummer gewohnt und wir fahren mit roten Nummern hin. Vorm Auto stehend ergibt sich schnell die Frage, warum ist der immer noch online? Der Verkäufer zuckt mit den Schultern und schiebt die Schuld auf die Grünen. Keiner will Hubraumautos, der Verbrauch sei zu hoch. Dazu später mehr. Kennzeichen dran klemmen, Heftchen ausfüllen, los gehts. Bei schlechtem Wetter würden BAS/ABS und ESP sich melden, aber nicht immer. Egal, Bremslichtschalter, irgendwas einfaches. Die Rosarote Brille ist aufgesetzt.

Schnelle Runde Richtung Mölln, warm fahren. Der Sound lässt vermuten das die Kats bereits bei Aurubis sind, aber der Blick unters Auto zeigt, beide noch da. Feuer hat er, 226PS fühlen sich trotz grosser 17 Zoll AllSeason Reifen sau schnell an. Gut, wir kamen mit unserem E200T. Zurück nach Breitenfelde, die Gismos im Tacho leuchten wie vorausgesagt, nur das Wetter war gut. Egal.

 

Es fehlen Contra-Punkte

Was soll man tun? Der Wagen fährt, wurde wohl schon einmal komplett lackiert, daher die akzeptable Optik. Tüv fast 20 Monate, Standheizung, Klima, alles da und funktionsfähig. Fuck. Am Ende 1.5oo€ für ein Auto mit Holzlenkrad. Sorry, aber man müsste bescheuert sein sowas nicht zu kaufen. Autos die man mit Geld vom EC Automaten bezahlen kann sind rar. Die Nummern bleiben gleich dran, ab geht´s in unsere Räuberhöhle. Auf der Fahrt dorthin freundet man sich schnell mit dem V6 an. Ja, es ist kein Reihensechser, aber an den wenigen Ampeln merkt man nicht das er tatsächlich an ist.

 

Zu tun ist immer

Der Fehlerspeicher spuckt kryptische Codes aus, angeblich Raddrehzahl hinten links, ABS Kranz okay, Sensor erneuert. Keine Besserung. Untenrum sieht der Wagen nahezu neuwertig aus, alles in Mike Sanders gehüllt. Google bemüht, Fehlercode ergibt genau 2 Suchergebnisse. Jackpot. Nichts genaues weiß man nicht. Elektronik am ABS Block, evtl. irgendwo ein Kabel durchgescheuert. Aber er fährt ja, immerhin. Wichtiger ist das Blech, Radläufe hinten beginnen wieder, Türkanten oben, Kotflügel vorne links. Noch ists alles nicht schlimm, aber nach dem Winter wär er dem Tode geweiht. Technisch ist alles gemacht was anstand, sogar die Innenraumfilter sind bereits neu. Wirklich nichts dramatisches ist zu tun. Für 24 weitere Monate TÜV musste lediglich ein Nebelscheinwerferleuchtmittel erneuert werden. Ach ja, er begann ab 170km/h zu schwimmen. Die neuen Atec Stoßdämpfer vorne gegen Sachs Avantgarde Teile getauscht, Thema erledigt.

Ergo, rein ins Getümmel:

Er zieht, zerrt und tut. Egal was er zieht, mit den 315nm merkt man nicht das etwas hinten dran hängt. Seit nun 6 Wochen schon in denen er schon 4.000km abgespult hat. Zeit genug um sich kennenzulernen. Und um erste Handgriffe zu erledigen.

 

Fast voll aber irgendetwas fehlt immer

Ein Bluetooth Radio, Telefonhalterung fürs Smartphone und die milchigen Scheinwerfer sind fällig. Jetzt verbrennen dank Osram LED die Insekten schon bevor sie auf der Front einschlagen. Und hell ist es auch. Langsam geht die Suche nach Blechteilen im brauchbaren Zustand los, alles hamstern und dann am besten beide Seiten komplett lackieren. Der obligatorische Getränkehalter von Fischer, und die saupraktischen Kindersitzerhöhungen für die Rücksitzbank. Teile sind verfügbar und günstig.

Und der Verbrauch?

Nach genau 4.000km ein Blick auf den Spritverbrauch. Das Auto ist 22 Jahre alt, hat 3.2l Hubraum. Wird auf der Autobahn auch mal ausgefahren, zieht Anhänger. Nach 75 Stunden am Steuer sagt der Daimler 10.4l Verbrauch im Mix:

 

Ist das nun viel? Volltanken ist aktuell dreistellig, das nervt schon ein wenig. Aber der zweistellige Verbrauch ist für ein solch riesiges Auto völlig in Ordnung. Der endfertige 270er den wir für unseren Hallen-Umzug erstanden hatten brauchte einen Liter weniger, hatte aber auch 60PS weniger. Und hinterm Steuer ist der Schmerz im Portmonee schnell vergessen.

Eine zerlegte Vorderachse lag schon im Regal, ein Hinterachsträger geht auch zum Pulvern. Wenn mal Zeit ist, vielleicht nächsten Sommer.

Fest steht, der 210er bleibt erstmal ein Weile…

Und wir haben wieder etwas Material für neuen 210er Content…

 

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