E300TD Restauration – Komplette Fahrwerksüberholung Teil 1- Vorderachse

E300TD Restauration – Komplette Fahrwerksüberholung Teil 1- Vorderachse

 

 

Nun geht’s endlich los! Nachdem unser E300TD jetzt knapp 1,5 Jahre zuverlässig seinen Dienst im Alltag erfüllt hat war es an der Zeit ihm auch mal etwas zurück zugeben. Der Tacho zeigt ziemlich genaue 292.000km an die man ihm dank seiner Vorbesitzer nicht wirklich ansieht. In letzter Zeit hat er auch bei uns noch ein wenig optische Zuwendung erhalten. Was aber leider nicht darüber hinweg täuscht das alles unterm Auto befindliche am Ende angekommen ist. Fahrspaß hatte man zuletzt keinen mehr, was durch das Vorhandensein weiterer Autos mit gemachten Unterböden nicht gerade abgemildert wird. Nachdem der 300TE jetzt wieder läuft kommt nun also der Diesel auf den OP-Tisch, für eine komplette Fahrwerksüberholung.

Der Plan & Vorbereitungen

Vor einem knappen halben Jahr, beim Wechsel auf Winterräder hatte ich zuletzt unters Auto geschaut und nicht viel schönes mehr erblicken können. Ein altes Auto halt, seinen Soll hat er eigentlich absolut erfüllt. Aber einer der Gründe einen W124 zu fahren ist doch das man ihn mit etwas Geschick bis ans Ende der eigenen Tage fahren kann. Und genau das sollte dem Diesel nun widerfahren,  im gleichen Umfang wie dem 300TE mit kleinen Verbesserungen hier und da. Diesmal sollte jede noch so kleine Mutter oder Schraube vorher gelbverzinkt werden. An Upgrades diesmal nur vorne die größere Vierkolbenbremse. Ansonsten einfach nur so gemacht das der Wagen auch ein paar weitere Jahre im Alltag übersteht und danach immer noch schön aussieht. Von oben wie unten gleichermaßen! 😀

Also ran ans Werk, Rohbauteile besorgen und erst einmal alles sandstrahlen lassen. Hinterachsträger, Achsschenkel sowie Stabilisatoren und deren Halter gingen zum Pulverbeschichter meines Vertrauens. Parallel dazu trafen die ersten Pakete mit Ersatzteilen ein. Mitgelieferte Montagesätze habe ich dann separiert und um fehlende Teile ergänzt. Da von den Altteilen des Diesels nichts wieder verwendet wird (jedenfalls nicht im Diesel) kamen hier schon einige Kilo Schrauben zusammen. Die gesammelten Werke sind dann alle zum gelbverzinken gewandert.

Nachdem die Rohbauteile vom Pulverbeschichten zurück waren ging es ans montieren. Nicht nur weil die Teile für mich selbst gedacht waren mussten sie sehr sorgfältig zusammen gebaut werden. Vorher durften einige der Teile noch mit ins Fotostudio, wo jede Macke zusätzlichen Aufwand bedeutet hätte. Nachdem ich dann noch ein neues Differential und Antriebswellen lackiert hatte konnte die Endmontage der Achsen endlich beginnen. Noch schnell die neue Bremse vormontiert und spätestens jetzt hatte ich keine Ausrede mehr den Ausbau der Altteile vor mir her zu schieben.

Zerlegen vorne

Wie beim 300TE auch sollte die Aktion bei uns zuhause stattfinden. Zwar ist die Arbeitshaltung hierdurch etwas ungünstiger, die ganze Aktion aber zeitlich unkritischer. Bis alle Lackschichten durchgetrocknet sind vergehen viele Tage. So hatte ich keinen Zeitdruck der zu unschönen Kompromissen geführt hätte!

 

Bevor ich den Diesel zum Lackierer gebracht hatte wurde noch schnell das typische Loch am Stoßstangenhalter verschlossen. Da das Radhaus innen noch lackiert werden musste demontierte ich also wieder den kompletten Vorderwagen. Als nächstes kamen dann Stabilisator nebst Halterungen dran. Danach die Fahrwerksfedern, im Anschluss Querlenker und Stoßdämpfer inklusive Domlager. Zu meiner Freude waren die Exzenter der Querlenker noch recht frisch, der Vorbesitzer hatte den alten Teilen vor nicht allzu langer Zeit neue Lager gegönnt. Die späten Vierventildiesel haben einen komplett gekapselten Motorraum. Um die Querträger vorne ordentlich lackieren zu können mussten auch diese erst einmal ausgebaut werden. Ein knapper Tag Arbeit und der Diesel war vorne ausgebeint.

 

 

Zeit für eine  Bestandsaufnahme:

Das Radhaus rechts war bereits entrostet, ein paar kleine Pickel hinter der Feder und oben im Dom waren zu entfernen. Links hatte es einen Stehbolzen erwischt, der 90er Jahre typische, mikrobakterielle Mist hatte sich schon stark vorgearbeitet. Am Stoßstangenhalter war ein kleines Loch und die Lasche der Schwellerspitze leicht unterwandert. Ansonsten partiell kleine Unterwanderungen. Wasserlacke sind wirklich hinterhältig. Teilweise auf freien Flächen Rost ohne jegliche mechanische Verletzung der Oberflächen.

 

Als erstes die Stelle am Stoßstangenhalter geschweißt, dann ging es ans abkleben. Aus Optikgründen sollte alles per Lackierpistole lackiert werden. Winkelschleifer bestückt und Gevatter Rost gezeigt was wir von ihm halten. Anschließend mit Schleifvliess alles angeraut und mit Verdünnung gereinigt. Grundierung angeschmischt und los ging es! Spätestens jetzt ergreift einen die Motivation wieder. Denn jetzt wird’s langsam aber sicher wieder schön! Der Grundierung ließ ich 24 Stunden Zeit zum ablüften, der nächste Schritt umfasste die Nahtabdichtung aller Karosseriefalze. Diesmal etwas weniger Ablüftzeit da eine schnell trocknende Dichtmasse zum Einsatz kam.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Nun endlich kam die eigentliche Farbe dran, alles sollte wieder in schönem Silber erstrahlen. Knapp 0,5 Liter Farbe angemischt und in 2 Durchgängen aufgebracht. Diesmal 72 Stunden Zeit zum ablüften da der Decklack eine hohe Schichtdicke aufweist und entsprechend lange aushärtet. Etappenziel 1 von ca. 6 erreicht!


 

 

 

 

 

 

 

Vorderachse einbauen

Ich könnte mir die Radhäuser tagelang anschauen, hilft aber nix. Als erstes werden die Querlenker mit montierten Achsschenkeln montiert. Danach kommt der Dämpfer mit Domlager wieder an seinen Platz und wird am Achsschenkel verschraubt. Die traurigen Reste der Spurstangen abdrücken und gegen Neu teile austauschen. Lenkungsdämpfer und Umlenkhebel gleich mit gemacht, somit ist die Lenkung gleich mit im Kasten! Jetzt den neuen Stabilisator befestigen. Die roten Lager sind übrigens aus Polyurethan, verschleissärmer und etwas härter als die Serienteile.

Nun folgt die Bremse. Hierfür haben wir erst einmal die Leitungen erneuert, links komplett bis zum ABS Block, rechts gestückelt im Batteriefach angesetzt. Bremsschläuche montieren, Kabelsätze montieren und zu guter Letzt Bremsscheibe und Sattel verschraubt. Fotofinish solange noch alles einsehbar ist, Etappenziel 2 von 6 ist nach knappen 60 Stunden erreicht:

 

Bevor alles wieder mit Verkleidungen verbaut wird bekommen alle zugänglichen Hohlräume gleich noch eine Ladung Hohlraumkonservierung. Die Schwellerköpfe und Längsträger bekommen zusammen ca. 1,0 Liter Fluidfilm AS-R. Danach neue Radhausverkleidungen montiert. Blindstopfen und Halter besser auch erneuert. Jetzt die Front wieder zusammen gebaut. Dicker, grüner Haken auf der To do Liste. Vorderachse ist auf Neuwagenniveau! Was auch gut ist, eine Motivationspritze für das was noch folgt ist bitter nötig!

Schnell noch alle Betriebsflüssigkeiten im Motorraum gewechselt, und nun weiter mit der Hinterachse…

 

2 be continued! 🙂

 

 

 

 

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