Scheinwerferbetrieb mit Relaisschaltung

Scheinwerferbetrieb mit Relaisschaltung

Angelehnt an Sebastians Artikel über die Scheinwerfer Regenerierung möchte ich hier noch einen zusätzlichen Weg zur Verbesserung der Fahrzeugbeleuchtung am W124 aufzeigen. Es gibt eine relativ einfache Möglichkeit die Scheinwerfer über eine Relaisschaltung  zu betreiben. Aber was soll der Aufwand bringen?

Wie man sich vielleicht vorstellen kann muss die Spannungsversorgung einen ziemlich langen Weg zurück legen. Vom X4 Verteiler über den Lichtschalter, dann durch den Fernlichtschalter über die Sicherungen 13 – 16. Hinüber zum Lampenkontrollgerät, letzter Stop Scheinwerfer. Meine Messungen haben ergeben das ausgehend von einer Leerlaufspannung von 14,3 Volt an der Batterie bei ca. 800 Umdr. / min. nur 13,13 V am rechten Scheinwerfer und 13,35 V am linken Scheinwerfer ankommen. Der Spannungsverlust der dem Widerstand der Leitungen und der Lichtschalter geschuldet ist hört sich erst mal nicht dramatisch an. Das Ergebnis dieses Umbaus wird uns aber eines besseren belehren.

Los gehts

Die Besonderheit meiner Relaisschaltung ist das hier kein Schnitt in die originale Bordelektrik erfolgen muss sondern nur geschraubt wird. Auch wenn niemand diese Schaltung mehr ausbauen wird, versprochen!

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Diesen Schaltplan habe ich entworfen und die Relaisschaltung danach gebaut

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Das Ergebnis dieser Relaisschaltung sieht dann greifbar so aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine für mich schöne modulare Lösung  die unsichtbar  in dem Sicherungskasten eingebracht werden kann,  ohne auch nur ein original Kabel schneiden zu müssen. Neben einer Spannung -Vergleichsmessung vor und nach dem Umbau habe ich auch versucht über eine LUX Messung die Wirksamkeit des Umbaus zu verdeutlichen.

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Vor dem Umbau…

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…nach dem Umbau, wieder aus 170cm Entfernung, mehr Platz war leider gerade nicht verfügbar.

 

 

 

 

 

 

 


 

Die Montage

Der Einbau im Einzelnen ist mit etwas handwerklichen Geschick denkbar einfach. Zuerst die Batterie abklemmen. Dann muss der Sicherungskasten durch lösen der 6 Kreuzschlitzschrauben komplett geöffnet werden. Dann noch eine Kreuzschraube lösen die das Sicherungsmodul im Kasten befestigt. Nun kann man beide Module anheben und am besten via Spanngummi an der Haube hochhalten.

 

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Parallel zu den Arbeiten im Motorraum muss man im Fahrerfußraum die Verkleidung im Bereich der Pedalerie entfernen. Vorher sind die kompletten Fußmatten, die Einstiegsleiste (nur geklippst) sowie die Kunststoffseitenverkleidung hinter dem Feststellbremspedal zu entfernen. Zwei große Kunststoffmuttern und eine Kreuzschlitz Metallschraube liegen noch entfernen um an den Hauptverteiler X4 zu kommen. Dieser befindet sich links oberhalb des Kupplungspedals / Bremspedals

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Ein Zugdraht den man von unten nach oben in den Sicherungskasten durchführt erleichtert das Durchziehen der längeren Zuleitung der Relaisschaltung zum X4 Verteiler ungemein. Zur Vereinfachung habe ich nicht die vorhandene Bundmutter gelöst, sondern eine weitere Bundmutter oben aufgeschraubt. Das hat den Vorteil, in der doch sehr schiefen Körperlage in der man sich befindet, nicht auch noch die anderen Kabel wieder einfangen zu müssen falls sie doch vom M6 Gewinde gerutscht sind

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Anschluss

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Nachdem die Zuleitung verschraubt ist geht es weiter im Sicherungskasten. Hier werden unterhalb der Sicherungen die beiden bisherigen Zuleitungen mit dem Querschnitt 2,5 Q in Weiß des Abblendlichtes (AB) und 2,5 Q in Gelb des Fernlichtes (FL) abgeschraubt und durch die Ableitungen (kürzere Leitung. in 4 Quadrat) der Relais ausgetauscht

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Ist dies geschehen, müssen nun die bisherigen Fernlichtleitungen (gelb) an die Schraubverbindung 85 des FL Relais und die AB Leitung (weiß) am die Schraubverbindung Anschluss 85 des AB. Relais montiert werden. Eine M4 Fächerscheibe gibt jeweils den nötigen Halt um ein Lösen zu vermeiden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Damit die Relais überhaupt funktionieren bedürfen sie spulenseitig  an Klemme 86 auch noch einen Masseanschluss. Den kann man sich außerhalb des Sicherungskastens suchen oder man nimmt, so wie ich, eine weitere Bundmutter M6. Mit dieser schraubt man das blaue Masse Kabel mittels der M6 Ringöse  an eine Halteschraube des Sicherungskastens an.

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Finale

Zu guter Letzt noch neben den mit Schrumpfschlauch isolierten Leitungen noch ein wenig Isolierband um das Ganze. Dann verschafft man sich gewaltlos etwas Platz im Sicherungskasten und lässt das ganze Bauwerk unter den Sicherungen verschwinden.

 

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Wie man hier noch mal sehen kann habe ich die 8 A Sicherungen gegen 16 A Sicherungen an den Plätzen 13 – 16 ausgetauscht. Meine Messungen hatten ergeben das es aauch hier einen Spannungsverlust gab den ich verringern wollte

 

 

Diese Maßnahme überlasse ich der Entscheidung eines jeden Nachbauers. Dieser Artikel dient eh nur als Denkanstoß  zur Verbesserung unserer W124. Die Nachahmung erfolgt auf eigene Verantwortung.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss stelle ich hier meine Messergebnisse noch dar, die ich vorher und nach dem Einbau gemacht habe. Ich hoffe ihr hattet etwas Freude am Lesen dieses Artikels und euch geht genauso ein Licht auf wie mir 🙂

 

Auswertung

Batterie Ruhespannung 12,57 Volt
Batterie Leerlaufspannung bei ca. 800 Umdr. / min. 14,34 Volt
Vorher Nachher
Scheinwerfer Links
Im Sicherungskasten vor den Sicherungen 13,82 Volt 14,05 Volt
Im Sicherungskasten nach den Sicherungen 13,59 Volt 13,93 Volt
Direkt am Scheinwerfer (Abblendlicht) 13.35 Volt 13,67 Volt
(ohne Last 14,0 Volt)
Scheinwerfer Rechts
Im Sicherungskasten vor den Sicherungen 13,79 Volt 14,00 Volt
Im Sicherungskasten nach den Sicherungen 13,59 Volt 13,90 Volt
Direkt am Scheinwerfer (Abblendlicht) 13,13 Volt 13,46 Volt
(ohne Last 13,98 Volt)
Helligkeitsmessung in LUX 9.390 11.700
-Alle Messungen gegen Masse (-) direkt an der Batterie.
-Austausch der 8 A Sicherungen gegen 16 A Sicherungen.
– Helligkeitsmessung in LUX am Bosch Scheinwerfer mit Hella
Streuscheiben aus 170 cm Entfernung

 

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Gruß Oliver (ollib)

oliver@wagen124.com

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